Hoch über den Wolken – Cloud Storage

Wolken über Wolken und das trotz eines sonnigen Sommeranfangs. Immer mehr namhafte Anbieter setzten auf Clouddienste. Zuletzt sprang Branchenprimus Google auf den Zug auf. Mit Google Drive will der US Konzern aus Mountain View seinen Konkurrenten Apple (iCloud) und Microsoft (Skydrive) sowie Platzhirsch Dropbox den Schneid abkaufen. Vor gut einem Monat veröffentlichte Google seinen viel diskutierten und auch lang ersehnten Cloud Service namens Google Drive. Doch wie schlägt sich Google Drive im direkten Vergleich mit Dropbox?

Der Direktvergleich:

Von Beginn an war klar, wenn Google einen Cloud Service bringt, dann wird er sich, wie auch alle anderen Dienste, nahtlos in das Googlegefüge eingliedern. Gerade im Hinblick auf die Chromebooks oder die neu erschienene Chromebox lässt sich schon vermuten welche Möglichkeiten Google durch seinen Cloud Dienst dem Benutzer eröffnet. Zudem sah man sich gezwungen, von anderen Anbietern in puncto Speicherkapazität abzugrenzen.
So kommt Google mit satten 5gb in der Basisversion daher,während Cloud Urgestein Dropbox lediglich 2gb kostenlos anbietet. Allerdings kommt der Benutzer schnell in den Genuss von 250mb extra Speicherplatz wenn ein Freund geworben wird oder man in der Beta Testphase von “device-to-cloud” teilgenommen hat. So wird in windeseile die spartanische 2GB Cloud zur aufgeplusterten 16gb Wolke – wohlgemerkt kostenlos!

Viel kann auch viel?

Direkter Import der vorhandenen Google Docs, Sheets und Forms, Verknüpfung größerer Dateien im Mailprogramm, eine Android App, eine MacOSX App, eine Windows App und das wissen, alle seine lebensnotwendigen Dateien bei sich zu haben. Einzig und allein eine mobile App für Smartphones und Tablets aus Cupertino lässt auf sich warten. Konkurrent Dropbox ist hingegen auf allen mobilen und lokalen Platformen vertreten. Selbest  eine Anwendung für RIM’s Blackberrys vermisst man nicht .

Ich sehe was was Du auch sehen kannst

Während bei Google die überdimensionierten ECO Serverfarmen herhalten und das komplexe Cloud-Konstrukt aus Drive, Mail, Picasa und diversen anderen Diensten stützt, greift Dropbox auf externe Serverfarmen von Amazon zu und mietet, je nach Bedarf, das ein oder andere Petabyte hinzu. Jedoch macht sich keiner der Clouddienste, sei es Google Drive, Dropbox, Box.net, oder Skydrive die Mühe die User Dateien zu verschlüsseln.
Einzig und allein der schweizer Could Hoster wuala verschlüsselt Dateien direkt auf der Festplatte und macht sie damit sogar gegen Betreiber LaCie sicher. Man sollte also Acht geben was man so arglos in die Wolke schiebt. Ob es jetzt die privaten Urlaubsfotos sind, eigene Musikstücke oder die ausgefuchste Businessidee. Im Zweifelsfall sollte man als ambitioniertes Start-Up oder etabliertes Unternehmen auf interne Serverstrukturen zurückreifen, oder cloudfähige NAS-Festplatte Systeme wie z.B. das WD Mybook LIVE. Wer als Firma die Cloud nutzen möchte, der sollte nach den richtigen Cloud Dienstleister suchen.

Nach nunmehr einem Monat intensiver Testphase von beiden Programmen im simultanen Gebrauch lässt sich feststellen, dass das Drive von Google schon extrem viel kann, trotz des frühen Entwicklungstatus der Anwendung auf dem eigenen PC/Mac. Und eben dieser frühe Entwicklungsstatus offenbart teilweise nervenaufreibende Missings. Zum einen gibt es noch immer keine Möglichkeit mittels App die Daten aufs Mobilgerät von Apple zu synchronisieren, zum anderen beansprucht die Desktop Version immens viel Arbeitsspeicher und Rechenleistung – und das sowohl auf dem Mac (getestet bei einem MacBook Pro 15’’ Late 2011 mit SSD) und auch auf einem Windows Notebook.

Nach jedem Start des Programms werden alle Dateien aus der Wolke mit dem Gerät synchronisiert, so dass es nach dem Neustart oft zu Performance Einbußen kommt. Erleichtert können jedoch Dropbox User ihr System starten. Kaum merkbar synchronisiert Dropbox Daten aus verschiedensten Ordnern direkt auf den heimischen Desktop oder das Mobilgerät.

Zu guter letzt (Letzt groß) erlaubt es Dropbox mit dem Public Ordner auch Dateien and Nicht-Dropboxer zu versenden. Per Rechtsklick kann man den öffentlichen Link kopieren und auf Facebook, Twitter, per Mail und IM an Freunde schicken – Google ist da weniger freizügig.

Abschließend bleibt es natürlich jedem für sich überlassen in welche Wolke man nutzt.
Mein persönliches Fazit nach diesem Monat ist jedoch, dass Google in puncto Performance noch einiges nachzuarbeiten hat, wohingegen Kollege Dropbox sich noch auf seinen Lorbeeren ausruhen darf. Unschlagbar hingegen ist Google bei der Verknüpfung der einzelnen Dienste mit dem Drive.
Wer also ein “heavy user” des Google Netzwerkes ist wird am Drive seine Freude haben, denn die kürzlich überarbeitete UI der Google Dienste lässt nichts zu wünschen übrig.
Sensible Daten sollten jedoch weiterhin auf der heimischen Festplatte verweilen und nicht den Weg in die Cloud finden, es sei denn man hat vollen Zugriff.

Das war ein Gastbeitrag von Sven Schebaum, freiberuflicher Grafiker aus Dortmund.

(Artikelbild via, Tabelle via)

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