#MusikFriday #19 – Musik fürs Wochenende und darüber hinaus

Nach einer langen Pause melde ich mich wieder zurück, und zwar mit leichter Kost. Dieses Mal geht’s um Crowdfunding, ein Interview und, natürlich, Musik.

Normalerweise präsentieren wir, die Autoren des MobileLifeBlog, euch Freitags immer wieder Musik, die wir für empfehlenswert halten. Ich habe mir gedacht: „Wieso unsere Leser immer nur mit dem eigenen Geschwafel nerven? Überlasse ich meine ‚Stimme‘ hier doch einfach mal dem Künstler selbst.“

Praktischerweise kenne ich einen Musiker, der sogar zum passenden Zeitpunkt etwas zu sagen hat. Evan Freyer, den Wenigsten bekannt unter seinem realen Namen Patrik Nordsiek, IT-Student und Musiker aus Wuppertal habe ich bereits in einem früheren #MusikFriday präsentiert. Evan steht nun aber kurz vor der Veröffentlichung seines zweiten Albums, das den irgendwie sehr persönlichen Namen „F“ trägt. „F“ soll etwas Besonderes sein, für den Künstler und den Konsumenten. Und deswegen hat Evan sich entschieden, dieses Album durch eine Crowdfunding-Kampagne auf startnext.de zu finanzieren. Was genau es damit auf sich hat, verrät er dann im Interview.

f

Die Fakten der Kampagne:

  • Titel: „Evan Freyer Albumfinanzierung: F“
  • Produkt: ein schickes Album in edlem Digipack mit edlem Booklet und ’ner CD zum Anfassen von ’nem duften Musiker
  • Dankeschöns: kein Cheeseburger. Obwohl, vielleicht…
  • Finanzierungsziel: 500€
  • Finanzierungszeitraum: 01.08.2013 – 31.08.2013

Auf startnext.de habe ich – zu meinem Erstaunen – festgestellt, dass Evan Freyer wohl ein Künstlername ist. Wie kam es dazu und was unterscheidet Patrik von Evan?

Evan und Patrik unterscheidet eigentlich nichts. Es ist nicht so, als sei Evan eine Kunstfigur und Patrik ist das reale Ich. Ich nutzte den Namen vor vielen Jahren mal für einen Rollenspielcharakter (DSA). Wobei „Evan“ stark von einem bestimmten Gitarristen inspiriert wurde und „Freyer“ als Ableitung von „Freya“ kam. In der Schule hat man sich schnell an diesen Namen gewöhnt (ICQ sei dank) und plötzlich nannte man mich nur noch Evan. Als ich dann mit Musik anfing, fand ich das passend.

Du bist ja nicht erst seit gestern in der Musikszene aktiv. Eine EP und ein Album sind bereits auf deinem Mist gewachsen. Wie lange bist du schon mit der Musik in engem Kontakt, wer hat dich beeinflusst oder beeinflusst dich immer noch?

So lange bin ich noch gar nicht bei der Musik. Ich habe 2002 bei einer lokalen Band in Velbert angefangen (Five Degrees). Davor hatte ich noch gar keinen Kontakt zum Musikmachen. Ich fing einfach an, in einer Band zu singen. Nicht schön, aber selten . Gitarre kam zum erst um 2007 dazu.

Mich hat schon immer Butch Walker beeinflusst. Er schafft es seit Jahren, immer wieder andere Musikstile auszuprobieren und gleichzeitig bleibt er immmer er selbst. Das finde ich faszinierend. Ansonsten inspirieren mich oft auch die Musiker, mit denen ich zusammen spiele. Zum Beispiel Christian Surrey, Tommy Klapper, Jan Röttger, Captain Disko oder Alex Amsterdam. Da blicke ich immer ganz neidisch rüber, die finde ich immer cooler als mich.

Du hast ja auf deinem tumblr vor Kurzem ein Statement abgegeben, dass dein neues Album „F“ diesmal nicht nur „für lau“ als Download erscheinen soll, sondern in Form einer professionell gepressten CD, mit allem Pi Pa Po, das man auch von einem Album aus dem Laden kennt. Spielt da vielleicht etwas Stolz auf das bisher Erreichte mit, ist „F“ etwas Besonderes oder ist das sogar ein Schritt in Richtung Musikgeschäft?

Nun ja, da hatte ich das Gefühl, mich für meine Crowdfunding-Kampagane rechtfertigen zu müssen. „Anker“ kam ja auch schon als CD mit Booklet und so weiter. Das habe ich allerdings komplett selbst gestemmt. Ein paar Jahre später habe ich das Geld immerhin schon drin.

„F“ ist aber auf jeden Fall etwas besonderes. Zum ersten mal sind alle Songs deutschsprachig. Außerdem finde ich, dass mir sowohl Songs als auch die Aufnahmen gut gelungen sind, da bin ich ziemlich Stolz drauf. Ich habe ja wieder alles selbst aufgenommen und gemischt und so weiter. Da ist man dann immer etwas nervös, wenn es andere hören. Bei „Anker“ war ich auch immer etwas unsicher. Bei „F“ bin ich mir da schon etwas sicherer, dass ich da was ganz akzeptables abliefern kann. In Richtung Musikgeschäft… hm, das weiß ich nicht.

Deine Lieder beschäftigen sich ja eigentlich immer mit dem Alltäglichen, schön und rund verpackt in Humor oder Melancholie. Die Vorschau auf dein neues Album zeigt dieselben Tendenzen. Wie würdest du es in deinen eigenen Worten beschreiben?

Das beschreibt das schon ganz gut. Ich mag es, eher alltägliche Sachen zu thematisieren, da es doch das ist, was einen am meisten beschäftigt. Ich finde auch, dass man zu oft die Signifikanz der kleinen Dinge vergisst. Vor allem die positiven Sachen. Wie oft lässt man sich von kleinen, negativen Dingen aus der Bahn werfen? Aber die kleinen positiven Sachen ignoriert man, das finde ich schade.

Melancholie gehört aber zum Leben dazu. Man sollte da aber die richtigen Schlüsse draus ziehen, im besten Falle auch noch gestärkt aus diesen Situationen raus kommen. Daher versuche ich auch diese Melancholie nicht übertrieben, sondern optimistisch darzustellen.

Wer dir auf einem der zahlreichen sozialen Netzwerke folgt, hat vielleicht mitbekommen, wie du noch vor kurzer Zeit eine Möglichkeit der Finanzierung von „F“ gesucht hast. Wieso hast du dich letztendlich für eine Crowdfunding-Kampagne entschieden und warum ist es startnext.de geworden?

Das war eine spannende Geschichte. Ein wenig wollte ich damit schauen, wie groß denn überhaupt das Interesse ist. Außerdem wollte ich, dass die Leute selbst entscheiden können, ob sie eine CD haben wollen oder nicht. So habe ich quasi direktes Feedback, das finde ich klasse. startnext.de ist es geworden, weil man da auch Überweisungen tätigen kann und weil es ein deutschsprachiges Portal gibt.

Wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Crowdfunding und würdest du es anderen Musikern/ Künstlern/ Ideenhabern zur Verwirklichung ihrer Projekte weiter empfehlen?

Es war bisher fantastisch und super spannend. Ich habe ehrlich gesagt nicht geglaubt, dass ich das Ziel erreichen kann. Jetzt ist noch Zeit und das Geld ist schon zusammen gekommen. Fantastisch! Das war sicherlich auch anstrengend, da man doch viel organisatorisches beachten muss. Aber das Feedback, was man bekommt, ist schon geil. Ich bin jetzt auf jeden Fall super froh über jeden Euro, der zusammengekommen ist und über jeden Euro der noch kommt. Ich würd’s wieder tun, das ist schon eine coole Sache.

Neben deinen Tätigkeiten als Musiker und IT-Student bist da ja auch noch Nerd. Also nutze ich jetzt hier die Gelegenheit, um noch ein paar andere Fragen loszuwerden:

Woohoo!

iOS, Android oder Windows Phone?

Ohweh. Ehrlich gesagt, mag ich Windows Phone sehr gerne. So schön aufgeräumt.

Welche mobilen Geräte besitzt/ benutzt du?

Ich hab ein Windows 7 Phone und ein iPad.

Liebstes (mobiles) Gadget?

Definitiv das iPad. Damit nehme ich Demos auf und surfe super bequem auf dem Sofa.

Linux, MacOS oder Windows?

MacOS. Das finde ich zum Arbeiten super bequem. Aber ehrlich gesagt isset egal. Ich finde aber auch Windows 8 unglaublich spannend und die richtige Richtung.

Konsole: Sony, Microsoft oder Nintendo?

Puh. Ich habe eine Wii, die hatte geile Rollenspiele. Die Wii U ist spannend, hat aber noch zu wenig Spiele. Die PS3 hat coole Exklusivtitel. Die XBox… och nö. Die find ich überflüssig.

Mario oder Luigi?

Luigi! Auch wenn er schon ein wenig ein Loser ist 😀

3 Spiele, die du empfehlen würdest?

Wing Commander 1, Final Fantasy VII (Anm. des Autors: \o/) und Anstoss 2005

3 Filme, die du empfehlen würdest?

Puh… Ocean’s Eleven, Mystery Science Theatre 3000 und Das Todesschwert der Ninja

Ein TV-Zitat?

„Ein Auto, ein Computer, ein Mann.“ – Na, woher kommt das?

Abschließend vielleicht noch ein paar Worte an unsere Leser?

Hoffentlich habe ich euch nicht gelangweilt 😉 .

Noch während ich auf die Antworten von Evan gewartet habe kam ein ordentlicher Schwung an neuen Finanzmitteln dazu, so dass das eigentliche Finanzierungsziel bereits erreicht wurde. Das sollte aber niemanden aufhalten noch weiter zu Spenden, denn mit steigender Überschreitung der 500€-Marke werden Stretchgoals freigeschaltet. Das erste gibt’s bereits ab 700€, und davon ist das Projekt momentan nur noch 78,67€ (Stand: 22.08.2013; 09:45). Damit würde die gepresste CD vier Bonus Akustik Songs erhalten.
Falls einer von euch grad mal 500€ übrig hat, der würde das Dankeschön mit dem tollen Namen „Wo bleibt der Cheeseburger? Und wenn du schon mal da bist: Spiel!“ erhalten. Was genau es damit auf sich hat, und welche weiteren Dankeschöns man bekommt (oder auch nicht bekommt) findet ihr natürlich auf Evans startnext Projekt Seite.
Damit man nicht die Katze im Sack kaufen muss, hat Evan auch eine Vorschau auf sein Album „F“ erstellt, und brav in seine Projekt Seite eingefügt. Ja, der Evan weiß, wie man’s seinen Hörern recht macht. Das lässt er sich auch nicht nehmen, und macht deshalb vom Songwritig bis hin zum Booking alles selbst. Ich finde, damit hat er sich schon ein wenig Unterstützung verdient.

Ich hatte jede Menge Spaß daran, mir dieses Projekt von Evan mal etwas genauer anzuschauen. Auch das Interview hat mir persönlich gut gefallen. Ich hatte die Möglichkeit einen Künstler, den ich mag, besser kennen zu lernen. Und, mit eurer Unterstützung, vielleicht sogar dazu beigetragen, dass ein junger Musiker weiterhin seiner Leidenschaft, Menschen zu bewegen, in vollem Umfang nachgehen kann.
Ich könnte mir vorstellen daraus etwas regelmäßiges zu machen (1x im Monat?) und mich mal bei lokalen und regionalen, unabhängigen Musikern umhören, was diese so zu sagen haben. Ich bin mal auf euer Feedback gespannt.

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Künstlerfoto: Markus Rennings

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